Schattenflotte! Das sind doch diese Öltanker, die im Auftrag Russlands angeblich gegen unsere Sanktionen verstoßen. Die Betonung liegt auf UNSERE. Doch „realiter“, und hier meine ich im rechtlichen Sinn, dürfen diese Tanker auf den Weltmeeren hin schippern wohin sie wollen. (Nur nicht in die Häfen Europas und einiger NATO-Staaten)
Frankreichs Marine hat -vermutlich im Zusammenspiel mit anderen Nationen- aktuell einen aus Russland kommenden „nahezu leeren“ Öltanker in internationalen Gewässern (mehr als 740 km westlich der Bretagne entfernt) im Atlantik angehalten und überprüft. Nach Angaben aus Paris ist das Schiff “Tagor” Teil der sogenannten russischen „Schattenflotte“. Es steht auf einer Sanktionsliste der EU.
Ein ohne Wenn und Aber eindeutig völkerrechtlich rechtswidriger Vorgang.
Zum einen gilt auf den Weltmeeren Navigationsfreiheit (Artikel 17, 58, 87 und 90 des Seerechtsübereinkommens), also auch kein Fahr- oder Lieferverbot, zum anderen verstoßen schon die unilateral erlassenen Sanktionen gegen das Gewaltverbot der UNO-Charta. (Nur der UN-Sicherheitsrat ist autorisiert verbindliche multilaterale Sanktionen gegen einen Staat zu verhängen -Art. 41 UNO-Charta)
(Weshalb sich der Generalstab der französischen Streitkräfte beim Entern des Tankers auch auf international gültiges Recht bezog, nachdem nach Artikel 110 des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen die Nationalität eines Schiffes überprüft werden könne, wenn der Verdacht des Fahrens unter falscher Flagge bestünde)
Auch wenn Politiker und willfährige Journalisten einen gegenteiligen Eindruck erwecken wollen, kann man zusammenfassend festhalten, dass es kein internationales Verbot gibt, russisches Öl zu transportieren oder ein Schiff irgendwo auf der Welt fahren zu lassen.
Gratulation lieber Leser. Wer die Zeilen bis hierher gelesen hat, dürfte schon informierter sein als manch anderer. Doch habe ich auch alles wirklich korrekt zusammengefasst? Könnte man zur Problematik „Schattenflotte“ nicht auch noch eine allwissende, anerkannt objektive Quelle befragen? Einen KI gestützten Chatbot vielleicht?
Na dann viel Glück. Sollte man es wie weiland im Filmklassiker „Die Feuerzangenbowle“ mit Physiklehrer Professor Bömmel und der Frage nach der Funktionsweise einer Dampfmaschine mit der Herangehensweise „Da stelle ma uns mal janz dumm“ versuchen, könnte man sich auch mit einer Antwort aus dem Kundenmagazin „Bäckerblume“ begnügen.
Etwas Wissen, oder zumindest ein gewisses Maß an Skepsis sollte man auch beim kommunizieren mit diesen Computerprogrammen mitbringen. Sonst wird man mit gängigen Narrativen abgespeist und bleibt so halb wissend wie zuvor.
Zum Sachverhalt „Schattenflotte“ und dem oben geschilderten aktuellen Entern des Tankers „Tagor“ hier ein Beispiel von Eric Bonse, Betreiber des Blogs “Lost in Europe” aus Brüssel. Er hatte dazu „Grok“, den Bot von „X“ befragt.
„Zum Thema “Schattenflotte” hatte ich eine kleine Frage-Antwort-Runde mit Grok, wobei ich den KI-Bot von Mr. Musk mehrerer Irrtümer überführt habe. Wie fast alle Chatbots übernimmt auch Grok unhinterfragt das westliche Narrativ – erst auf Nachfrage räumt er kleinlaut ein, daß es doch anders sein könnte…“
HIER der Chat.
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